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Steinhorster Becken

Winterzauber am "Steinhorster Becken"

Impressionen zum Steinhorster Becken


Das etwa 82,6 ha große Naturschutzgebiet "Steinhorster Becken" liegt nördlich von Steinhorst im Delbrücker Land an der nördlichen Grenze des Kreises Paderborn.

Das 1991 durch ordnungsbehördliche Verordnung des Regierungspräsidenten Detmold ausgewiesene Schutzgebiet stellt als künstlich geschaffener Biotop einen "Lebensraum aus zweiter Hand" dar, der sich innerhalb weniger Jahre bereits zu einem herausragenden Reservat für Wasservögel entwickelt hat.

Voraussetzung für die Umsetzung der Pläne war jedoch, dass die benötigten Flächen in öffentliches Eigentum überführt wurden und das Land Nordreihn - Westfalen die erforderlichen Mittel zur Gestaltung der gewünschten Biotopbereiche bereitstellte. Das Amt für Agrarordnung in Soest konnte im Flurbereinigungsverfahren Westerloh dem Land Nordreihn - Westfalen eine Fläche von 84 ha für das geplante feuchtgebiet übertragen. Gleichzeitig entwickelten Mitarbeiter des Regierungspräsidenten Detmold und der Landesanstalt für Ökologie, Landschaftsentwicklung und Forstplanung einen Gestaltungs-, Pflege- und Entwicklungsplan.

Die Idee, in diesem Bereich die Maßnahmen des notwendigen Hochwasserschutzes mit dem ökologisch Sinnvollen zu verbinden, verdanken wir dem ehrenamtlichen Naturschutz. Ein von den Vogelkundlern entwickeltes Konzept sah vor, das Becken nicht nur bei Hochwasser, sondern durch einen Anstau der Ems ständig Wasser zubespannen, um so auentypische Strukturen als Lebensraum für Wat- und Wasservögel sowie Röhrichtbewohner zu schaffen.

In sieben Bauabschnitten wurde die Naturschutzkonzeption für das "Steinhorster Becken" bis zum November 1990 innerhalb von vier Jahren Bauzeit vollständig realisiert. Den Schwerpunkt des Gebietes nehmen die auf einer Fläche von rund 36 ha geschaffenen, bis zu 70 Meter breiten Flachwasserzonen ein, die durch das Wasser der Ems gespeist werden.

In diesen Arealen finden vor allem viele durchziehende Watvögel und Enten der unterschiedlichsten Arten auf ihrem oft sehr weiten Zugweg störungsfreie Bereiche,um zu rasten und Nahrung aufzunehmen. Auch fischfressende Vogelarten wie der Reiher, Kormoran, Taucher und Säger finden in diesen Teichen einen reich gedeckten Tisch. Im Nordwesten des Einstaubereiches ist eine etwa 21 ha große Röhricht- und Schilfzonegeschaffen worden, um den am stärksten gefährdeten Vogelarten geeigneten Lebensraum zu bieten. Weiterhin sind an zahlreichen Stellen des Reservats durch aufgeschüttete Kiesinseln Ersatzlebensräume für den Flussregenpfeifer geschaffen worden.

Weiterhin wurden ca. 18 ha feuchtes Grünland hergerichtet. Innerhalb dieser Flächen befinden sich 20 Flachwasserblänken (künstlich angelegte Teiche) mit unterschiedlicher Tiefe, in denen Frösche, Kröten Molche und Libellen Ideale Vorraussetzungen zur Vermehrung und Überwinterung haben.

Um das Schutzge-
biet von Störungen
möglichst frei
halten zu können,
ist das gesamte
Naturschutzgebietvon einem bis zu 1,
80 m tiefen und bis
20 m breiten,
reich strukturierten
Ringgraben
umgeben.

An diesem künstlich geschaffenen Naturschutzgebiet wird modellhaft deutlich, dass durch die Neuschaffung von Biotopen eine Stabilisierung der Bestände gefährdeter Arten erreicht werden kann. Unabdingbare Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass die erlassenen Regeln in der Schutzverordnung auch konsequent eingehalten werden. Hierzu zählt insbesondere, dass die für die interessierten Besucher zugängliche Dammkrone des Abschlussdeichs nicht verlassen wird und mitgeführte Hunde angeleint werden. Besonders freilaufende Hunde, die den Graben durchschwimmen können, stellen für brütende oder überwinternde Vogelarten eine ernste Gefährdung dar.

Die fachliche Betreuung des Reservats liegt seit 1988 bei der
Biologischen Station Paderborner Land - ALA e.V.
Birkenallee 2 - 33129 Delbrück-Ostenland
Telefon: 05250 - 9834-0
Telefax: 05250 - 9834-32
www.biologische-station-paderborner-land.de
info@bspb.de


Im Café Brinkmeier können Lichtbilder-Vorträge über die Bedeutung des Vogelschutzgebietes, unter der Leitung der Arbeitsgruppe Landschaftpflege und Artenschutz (ALA), gehalten werden. Eine anschließende Exkursion vertieft die lehrreichen Informationen.